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Bürger bezahlen mehr für Gesundheit

Die Deutschen werden immer älter und gesundheitsbewusster. Die gesetzliche Krankenversicherung kann die Kosten längst nicht mehr schultern. Privat Versicherte sind im Vorteil.

Karikatur Kassenpatient

Kostenexplosion: Die Deutschen haben eines der besten medizinischen Versorgungssysteme der Welt. Das ist unbestritten. Weil sie gesundheitsbewusster sind und besser vorsorgen, leisten die Bürger es sich, mehr privates Geld in ihre Gesundheit zu stecken, schreiben die Analysten der Deutschen Bank Research. Seit 1992 haben sich laut dem Geldinstitut die privaten Gesundheitsausgaben mehr als verdoppelt. Auch die Krankenkassen haben zunehmend höhere Ausgaben. Der medizinische Fortschritt, die steigende Lebenserwartung und damit Zivilisations- und Alterskrankheiten wie Diabetes oder Demenz nehmen stark zu. Besonders die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) stellt das vor Finanzierungsprobleme, so die Banker.

Die GKV hat deswegen inzwischen ein Defizit von elf Milliarden angesammelt, wie die Wirtschaftswoche schreibt. Das Blatt interviewt Maximilian Gaßner, Chef des Bundesversicherungsamts, wie die GKV sparen kann. Denn eines der größten Privilegien der GKV steht auf der Streichliste: »Die kostenlose Mitversicherung der Familie muss überdacht werden.« Laut Süddeutscher Zeitung wird die GKV zudem teurer, weil eine Kopfpauschale pro Versichertem von 15 bis 30 Euro erhoben werden soll.

Ärzte unter Budgetdruck

Als Ausgabenbremse gibt es in der GKV einen gesetzlich festgelegten Leistungskatalog. Bestimmte, hoch wirksame Medikamente oder besonders teure Vorsorgeuntersuchungen werden nicht bezahlt. Schlimmer noch: »Nicht jeder Krebspatient bekommt heute das sehr teure Krebsmedikament«, beklagt Bundesärztekammer-Präsident Jörg-Dietrich Hoppe in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. »Heimliche Rationierung«, nennt das Hoppe, »weil nicht genügend Geld zur Verfügung steht, um allen die optimale Therapie zu verschaffen.« Der Spiegel schildert einen Fall des Onkologen Dr. Stephan Schmitz: Im Körper seines Patienten wuchs ein Tumor. Wo, konnte nur eine Positronen-Emissions-Tomografie klären. 1.300 Euro kostete die Untersuchung. »Private Krankenkassen übernehmen die Kosten, gesetzliche nicht. Der Patient zahlte selbst. Hätte er es nicht getan, wäre er jetzt tot«, schreibt das Nachrichtenmagazin.

Innovative Medizin für privat Versicherte

Wer eine Brille trägt, der weiß als GKV-Versicherter schon lange, dass er das Geld hierfür vom eigenen Konto abheben muss. Moderner Zahnersatz schlägt leicht mit fünfstelligen Beträgen zu Buche. Das gilt nicht für privat Versicherte. Wer einen maßgeschneiderten Vertrag hat, für den gibt es die komplette Palette innovativer Medizin. Denn die PKV kalkuliert ihre Versicherungsprämie nach dem, was der Versicherte alles abdecken möchte und seinem persönlichen Krankheitsrisiko, das aus Lebensalter, Geschlecht, Beruf und Gesundheitsstatus berechnet wird. Jeder zahlt für sein individuelles Risiko. Daher geht es der PKV auch gut. Das Handelsblatt titelt, die privaten »Versicherer melden sich gesund«.

Krankenversicherungen: ein Markt mit goldener Perspektive

Wolfgang Wegmann, Regionaldirektionsleiter, Bonn

Wolfgang Wegmann, Regionaldirektionsleiter, Bonn: Wer bereit ist, sich in die Materie der Krankenversicherungen einzuarbeiten, kann nur profitieren: Ein junger Kunde mit überdurchschnittlichem Einkommen, dem ein Vermögensberater ein maßgeschneidertes Produkt verkauft hat, bleibt ihm treu. Die Chancen, diesem Kunden die PKV schmackhaft zu machen, sind so gut wie lange nicht mehr. Denn die immer schlechteren Leistungen der GKV locken besser Verdienende fast zwangsläufig in die PKV. Attraktive Zusatzversicherungen sichern dem Kunden den Zugang zu innovativer Medizin – und den Beratern gute Provisionen.

»Nicht jeder Krebspatient bekommt heute das sehr teure Krebsmedikament«

Jörg-Dietrich Hoppe, Bundesärztekammer-Präsident

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