Die Jungen sollten von der Reform am meisten profitieren. Darin war sich die Politik einig, als vor zehn Jahren eine umfassende Förderung der privaten Altersvorsorge eingeführt wurde. Damit sollte die schrittweise Absenkung des gesetzlichen Rentenniveaus ausgeglichen werden. Nun sorgt eine im Auftrag des Versorgungswerks Metall-Rente erstellte Studie des Jugendforschers Klaus Hurrelmann für Ernüchterung: Zwar ergab die Befragung von 2.500 repräsentativ ausgewählten 17- bis 27-Jährigen, dass die Jugendlichen zur Zusatzvorsorge bereit sind. Doch vielen fehlt das nötige Wissen. »Und die, die vorsorgen, sparen zu wenig«, sagt der Geschäftsführer von MetallRente, Heribert Karch, dem Handelsblatt. Während fast zwei Fünftel der Älteren mehr als 1.200 Euro im Jahr einzahlen, sind es bei den Jungen nur 18 Prozent. Weniger als ein Zehntel lassen ihre Einzahlungen mit dem Einkommen wachsen. »Wir brauchen endlich ein Schulfach Wirtschaft, um sie möglichst früh mit dem komplizierten System der Finanzanlage vertraut zu machen.«


Ein Fall für den Vermögensberater
Matthias Schlicht, Geschäftsstellenleiter, Wunstorf: Gute
Alterssicherungssysteme sind das beste Werkzeug, die ungleiche Vermögensverteilung zwischen Arm und Reich zu verringern. Das geht aus einer Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hervor, über die die Frankfurter Allgemeine Zeitung schreibt. Danach können heutige Berufsanfänger gar nicht früh genug anfangen, für das Alter vorzusorgen. Wer eigenen Immobilienbesitz hat, den er auch mietfrei im dritten Lebensabschnitt bewohnen kann, der ist fein raus. Denn nach Expertenschätzungen genügt es dann, als Rentner über etwa 50 Prozent der letzten Nettobezüge allmonatlich auf dem Girokonto verfügen zu können. Ist keine Immobilie vorhanden, dann braucht der ältere Mensch schon etwa 80 Prozent des letzten Gehalts, um seinen Lebensstandard zu halten. Schlussfolgerung: Gute Berater machen jungen Menschen schon in ihrer Berufsausbildung klar, gleich mit der Ansparphase zu beginnen.