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Jungen Arbeitnehmern droht Armut im Alter

Viele Berufseinsteiger schließen die Versorgungslücke nicht – weil sie sich nicht auskennen. Zehn Prozent des Nettoeinkommens sollten angelegt werden.

Die Jungen sollten von der Reform am meisten profitieren. Darin war sich die Politik einig, als vor zehn Jahren eine umfassende Förderung der privaten Altersvorsorge eingeführt wurde. Damit sollte die schrittweise Absenkung des gesetzlichen Rentenniveaus ausgeglichen werden. Nun sorgt eine im Auftrag des Versorgungswerks Metall-Rente erstellte Studie des Jugendforschers Klaus Hurrelmann für Ernüchterung: Zwar ergab die Befragung von 2.500 repräsentativ ausgewählten 17- bis 27-Jährigen, dass die Jugendlichen zur Zusatzvorsorge bereit sind. Doch vielen fehlt das nötige Wissen. »Und die, die vorsorgen, sparen zu wenig«, sagt der Geschäftsführer von MetallRente, Heribert Karch, dem Handelsblatt. Während fast zwei Fünftel der Älteren mehr als 1.200 Euro im Jahr einzahlen, sind es bei den Jungen nur 18 Prozent. Weniger als ein Zehntel lassen ihre Einzahlungen mit dem Einkommen wachsen. »Wir brauchen endlich ein Schulfach Wirtschaft, um sie möglichst früh mit dem komplizierten System der Finanzanlage vertraut zu machen.«

Instabile Erwerbsbiografien

Für heutige Ruheständler ist das statistische Armutsrisiko zwar eher gering, doch für die nachfolgende Generation wird es eng. Bei einem steigenden Anteil von Arbeitnehmern, deren Erwerbsbiografie instabil verläuft, werden sich die Relationen in Zukunft stark verschieben, bestätigt Andreas Storm, Staatssekretär im Bundesarbeitsministerium, während der Handelsblatt-Jahrestagung »Betriebliche Altersversorgung 2010«. Damit ist nach der »Rente mit 67« ein wichtiges neues Handlungsfeld für die Politik abgesteckt – dem sich die Regierung ab 2011 mit einer eigenen Kommission zuwenden will.

Sparbereitschaft steigt

Wenn möglich, sollten zehn Prozent des Nettoeinkommens für Alterssicherungsprodukte angelegt werden, empfiehlt die Frankfurter Allgemeine Zeitung in ihrer Rubrik »Die Vermögensfrage«. Verblüffend: Trotz oder gerade wegen der Finanzkrise ist in diesem Jahr der Anteil der Bundesbürger um drei Prozentpunkte gestiegen, die ihr Geld in Alterssicherungsprodukte stecken, schreibt die Börsen-Zeitung. Das Blatt zitiert Jean Guido Servais, Marketingdirektor bei J.P. Morgan Asset Management: »Wir werten das als ein Zeichen, dass das Vertrauen langsam zurückkehrt.« Im Bundesschnitt sorgen laut J.P. Morgan zurzeit etwa 43 Prozent aller Deutschen für den dritten Lebensabschnitt vor.

Ein Fall für den Vermögensberater

Matthias Schlicht, Geschäftsstellenleiter, Wunstorf: Gute
Alterssicherungssysteme sind das beste Werkzeug, die ungleiche Vermögensverteilung zwischen Arm und Reich zu verringern. Das geht aus einer Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hervor, über die die Frankfurter Allgemeine Zeitung schreibt. Danach können heutige Berufsanfänger gar nicht früh genug anfangen, für das Alter vorzusorgen. Wer eigenen Immobilienbesitz hat, den er auch mietfrei im dritten Lebensabschnitt bewohnen kann, der ist fein raus. Denn nach Expertenschätzungen genügt es dann, als Rentner über etwa 50 Prozent der letzten Nettobezüge allmonatlich auf dem Girokonto verfügen zu können. Ist keine Immobilie vorhanden, dann braucht der ältere Mensch schon etwa 80 Prozent des letzten Gehalts, um seinen Lebensstandard zu halten. Schlussfolgerung: Gute Berater machen jungen Menschen schon in ihrer Berufsausbildung klar, gleich mit der Ansparphase zu beginnen.

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